Me: 100kg, ambitionierter Oldschooler, 42er RAMAIR 2009
Kite: Eclipse 14m²/2008 schwarz,gelb,rot
WHY:
Bin auf Eclipse aufmerksam geworden durch ausgezeichnetes Servicekonzept Hersteller-Kunde (was ich in der Quali bisher nur durch Flysurfer kannte), ständige Präsenz der beiden Headmen Chris und Dimitri in Foren und per Mail und die zur Jahresmitte 2007 laufende Forumsaktion, wonach die Kiter nach ihren Wünschen für die 2008er Serie gefragt wurden, wobei sich ein Großteil der Wünsche wirklich in der 2008er Serie wiedergefunden haben.
PLUS:
Vom Sonic14 aus 2007 kommend habe ich zu Beginn wirklich ECHTE Probleme gehabt, der Thruster hat völlig andere Flugeigenschaften, ich habe mich zwar gefreut über die sehr, sehr schnelle Drehgeschwindigkeit, die ich beim Sonic vermisst habe, hatte aber so meine Probleme mit dem Finden des richtigen Trimms besonders bei Leichtwind, wo ich viel zu angepowert war und demzufolge den Kite viel zu viel ausgebremst habe... Dimitri schrieb mir kurz nach Erhalt meines 14ers und meiner sorgenvollen Statusmails, ich solle Geduld haben und mir etwas Wasserzeit gönnen, er könne mir versprechen, dass ich alles "rausfliegen" würde - kurze Zeit später konnte ich ihm bedenkenlos zustimmen. Für mich mit 100kg immer wieder faszinierend, wie mich die Wurst aus dem Wasser rotzt beim Springen und wenn der Trimm stimmt, wie lange er trägt... Und ich habe mal Scholle das Ding in die Hand gedrückt und mir fast den Hals verrenkt, so hat der sich rausgeschossen ....
MINUS:
An der Bar gibt es für mich als Oberkritikmakker nur den zu hohen Restzug nach Auslösen zu ändern (wie auch bei GK und Konsorten) - ansonsten perfekt. Die Safetyline hätte ich mir als Bungeeline gewünscht, es Eclipse gemailt - das müssen auch andere gemacht haben, es wird in 2009 ein modifiziertes Barkonzept geben, was weniger Restzug einbringt als zuvor ...
Fazit: Kräftiger Allrounderkite, unbedingt mal länger als 10min testen ...
Ergänzung 17.10.2008 Starkwindeigenschaften und -relaunch
Trotz abflauend angesagtem Wind zum späteren Nachmittag, für den ich dann gleich den 14er aufgepumpt habe, kam dann alles ganz anders:
Bei 18-21kn war ich mit dem 14er schon richtig angebraten, aber mit 100kg ist das kein wirkliches Problem, ich hatte auf den mittleren Knoten geknüpft und den Adjuster auf Mitte, da war also noch genügend Reserve drin und ich hatte meinen Spass.
Dann aber ging es für eine Stunde hoch mit dem Wind auf ca 25kn , ich hatte nun echt zu tun, aber Kite tief fliegen am WFR und sauber Kante setzen - kein Stress. Schön, dass der Kite nicht ansatzweise das Squaring macht, dass ich so bei meinen vorherigen Kites so gehasst (!!!) habe, wenn man die im oberen Windbereich geflogen ist.
Das eigentlich faszinierende: Ich wollte schon mal immer die Kräfteverhältnisse beim Auslösen und den Restzug bei Starkwind wissen, also rauf aufs Board, Fahrt aufgenommen und bei Speed ausgelöst, nicht mit dem Griff in die rote Safety-Schlaufe, sondern durch kurzen Druck auf den oberen Auslösehebel, absolut leicht und auch blind zu treffen. Auslöse-Fazit: Traumhaft, Kite segelt sofort mit hoher Geschwindigkeit aufs Wasser, spitzelt mit einem Tip ein und stellt sich sofort leicht hüpfend senkrecht hin. Wenn man wegen des hohen Speeds mit dem Board dann ein paar Meter weitergeglitten ist, bevor man ins Wasser "eintaucht", liegt der Kite mehr in der Powerzone und tänzelt mit mehr Restug auf dem Wasser, das obere Tip klappt aber weit nach innen ein, so dass der Wind keine richtige Angriffsfläche hat, der Zug nach Lee ist also weit weniger als man bei Starkwind vermutet. Die BANDIT-Kultis haben es uns ja vorgemacht- also Arme nach außen und nix machen, der Kite schiebt sich sehr schnell an den WFR und ist dort absolut kraftlos, auch aus der Sichtweise eines leichtgewichtigeren Kiters betrachtet. Ich habe trotz Stehrevier in diesem Zustand die Beine angezogen und "trieb" also mit Kite am WFR auf dem Wasser -aber ohne nennenswerten Zug nach Lee.
Anders sieht es natürlich aus, wenn der Kite auf die Fronttube knallt, beim normalen Abkacken (einer Rotation oder so was) habe ich das aber nicht wirklich geschafft und musste es also provozieren, was ich dann auch (vorsichtig) getan habe: Da war der Restzug natürlich ne ganz andere Liga. Bei solch einer Gelegenheit nicht lange überlegen -auslösen !!! Der Kite kippt sofort leicht nach hinten weg (das kannte ich schon von meinen vorherigen getunten Sonics), gibt dem Wind somit weniger Angriffsfläche und der Restzug wird wesentlich geringer. Der Kite wandert sofort und schnell an den WFR, also Bar heranziehen, Safetyhaken schließen, depowern und Kite senkrecht stellen -das wars ....
Fazit Starkwind-Safety:
Voll Anfängertauglich trotz 4-Leiner-Modus (ohne 5.Leine), absolut berechenbar und weniger Restzug als erwartet im ausgelösten Zustand. Klick-and-Kite Verschluss am Chickenloop ein Traum, Haken einrasten lassen und der Verschluss ist zu! Keine 3 Sekunden ...
Ergänzung: Relaunch bei Normalwind (22.2.2009)
Ist mir heute 2 mal passiert, Kite auf die Fronttube "gefallen". Das Einholen einer Steuerleine (Bow-, Deltarelaunch ) bis ca 1-2 m reicht nicht aus, den relativ gestreckten Kite am WFR aufstellen zu lassen, ich gebe zu, ich bin da vermutlich auch nicht der begnadete Techniker - muss ich aber auch nicht, wenn ich als Normalsterblicher testen will.
Konventioneller 4 Leiner Start bringt es aber dann doch, relativ einfach.
Es gibt - egal welche Relaunchmethode - eine Bedingung- Die Fronttube muss RICHTIG aufgepumpt sein, ich haue inzwischen 8-9 psi in die Wurst, dann gehen beide Startmethoden um ein vielfaches einfacher. Ist kein Eclipse-To-Do, sondern gilt für alle Kites. Die Würste brauchen eben zum Wiederstarten ihre pralle runde Form, damit sie sich flott aus dem Wasser schälen.
Eclipse-Bladder-Kagge
http://rapante.net/mykite/bernd_g-eclipse-thruster-2008-10



